Dreaming Egypt – Tag 10

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Meine Entscheidung, mich am Vorabend schon für den Besuch des Totentempel der Hatschepsut, abzumelden, war Gold richtig. Denn die Nacht verbrachte ich mit ziemlichen Bauchschmerzen, Durchfall und Übelkeit. Als es endlich nach lies, wäre schon bald Tagwache 4:30h gewesen. 

Ich habe die Afandina den ganzen Vormittag für mich. Abgesehen von der mit Reinigung und
Unterhalt des Boots beschäftigen, und um mich besorgten,
Crew.

 

Ich brauchte diesen Tag der Erholung. Zum Packen, mich vom Nil und der Afandina verabschieden, zu schreiben.

Als Gruppe treffen wir uns Mitte Nachmittag zum Austausch. Alle erzählen mir von ihren Erfahrungen im goldenen Tempel der Hatschseput, zeigen mir Fotos. Ich bin ein wenig traurig, nicht mitgegangen zu sein. Doch mein Körper hat da klar NoGo gemeldet. 

Am Abend steht die Afandina Crew Abschiedsparty auf dem Programm. Wo sie, nebst ihrem kleinen fixen Gehalt, von uns auf Trinkgelder hofft.

Dreaming Egypt – Tag 9

Mittwoch, 24. Oktober 2018

Um 3:30 Uhr klingelt das Telefon zur Tagwache. Es gibt Frühstück, was mir um die Zeit gar nicht pässlich ist. Ich brauche süssen Kaffee – respektive Zucker mit Kaffee (mitgebrachten Bio Rohrzucker natürlich) – und Nikotin. Das sind meine besten Erdungsfreunde. Touch down and welcome back to earth, so in der Art…

Punkt fünf Uhr steigen wir in einen Car mit WC. Dieses Detail wird sich später noch als wichtig erweisen. Aki meldet sich mit seiner liebevoll aber bestimmten Art, Aufmerksamkeit von uns zu gewinnen, zu Wort. Die Fahrt daure rund drei Stunden ohne Zwischenhalt.

Einmal in Abydos angekommen, seien wir die ersten des Tages die den Totentempel des Pharaos Sethos I. sowie das Osirion betreten, vor dem grossen touristischen Ansturm. Das sei auch für ihn nicht alltäglich und wir sollen die Kraft – the power of the place – fühlen. Er, mit seiner Bekanntheit im Land, ist zuversichtlich, dass er uns ein paar wundervolle, kraftvolle Spots innerhalb der Anlage zeigen kann. Ob wir in die Tempelanlage des Osirion hinunter können, sei unklar. Das Osirion ist der Gottheit Osiris gewidmet, Bruder und Ehemann der Göttin Isis. Da ist in die Felsformation die Lebensblume eingebrannt oder gelaserd. Wie genau die dort hin kam, ist nach wie vor ein Rätsel.

Wir fahren sozusagen dem Sonnenaufgang entgegen. Das ist wirklich ein Spektakel der besonderen Art. Ich knipse wie wild durch die Fensterscheiben des fahrenden Cars und ergattere ein paar interessante Momente. 

Die Stadtdurchfahrt in Quena mitten im Gewühl des Wochenmarktes fesselnd. So vielfältig, farbig, chaotischen und dennoch geordneten Zu- und Hergehen.

Es ist bereits neun Uhr morgens, als wir bei der Tempelanlage eintreffen. Nach den üblichen Sicherheitskontrollen, Papieren und Dokumenten, steigt ein SiBe mit ein und wir fahren 100 m weiter zum Parkplatz. Alle wollen vorher noch auf’s WC. Aki weisst den Weg in Richtung eines prachtvollen, grünen Baum, der vor der Tempelanlage steht.

Das Betreten des Tempels ist… mir fehlen die Worte um diesen Gebäuden, deren Struktur, Präzision gerecht zu werden. Ich bin überwältigend beeindruckt. Mit dem ersten Tritt der Treppe in Richtung Eingang veränderte sich sekundenschnell meine gesamte Umgebung. Ein Flashback. Ich bin irgendwie in der Zeit, in der dieser Tempel und der Ort hier in Hochblüte war. Alles ist grün um mich herum, es ist belebt, wie im Dorf vorhin, jedoch gelassener. Akram ruft meinen Namen, Cristina Cristina come, we have to hurry bevor the people come. Und wutsch, ich bin zurück. Wau, nur schon dieses Erlebnis hätte mir für den Rest des Tages gereicht. In zügigem Schritten lots uns Aki durch die Tempelanlage, zeigt bei vorbeigehen auf das eine Bild, die Säulen, erzählt was. Ich höre ihn, und doch nicht. Ich staune und sehe wie es damals war. Wieder ist es Akram, der mich zum Weitergehen auffordert. Wir müssen zuerst zum Osirion, das sei auf der Rückseite des Tempels, wir kämen danach wieder hierher zurück. Also laufe ich weiter, nach draussen, von Wüste umzingelt. Plötzlich bleiben alle stehen. Aki verhandelt gerade mit dem SiBe. Der Blick in den sogenannten Osirion ist atemraubend. Leider dürfen wir nicht ganz nach unten, weil es Wasser hat. Am Boden smaragdgrünes Wasser. Links im Bild, am Pfeiler, beim Schatten sind zwei Lebensblumen ersichtlich. Niemand kann sich bis dahin erklären, wie oder wann diese dort angebracht wurden.

Wir können für zehn Minuten auf den Treppen, die bis ganz nach unten führen, stehen bleiben; uns einfühlen. Nur zu gerne, wäre ich länger dort verweilt. Ich fühle mich zwischen Welten hin und her gehen, bin voller Freude, beeindruckt und habe ein tiefes Wiedererkennungsgefühl. Welcome home. Aki versammelt uns und führt uns durch das Innenleben des Tempels, was die Priester taten, wie sie beteten. Innerlich schmunzle ich und denke: … ja und Priesterinnen…. V schaut mich gerade an, schmunzelt ebenfalls und wendet sich lachend zu Aki: „And Priestess!“

Es hat unzählige Räume, Vorratskammern, Durchgänge, Gebetsräume, Heilräume. Erstaunlicherweise haben hier einige Kunstwerke noch Farbe. Plötzlich herrscht Aufregung in der Gruppe, Aki ruft uns zusammen. Wir seien wahrlich gesegnet, genau in diesem Moment hier zu sein um von Gottheit Ra gesegnet zu werden. Er meint das im Spass und Ernst gleichermassen und zeigt an die Decke auf eine glatt geschliffene Öffnung durch den riesigen Felsblock.

Wir haben etwa eine halbe Stunde Zeit, selber ein wenig im Tempel herumzuschlendern und uns in einen der Räume aufzuhalten. Mich zog es in einen Durchgang, wo gerade die Decke restauriert wird. Ich staune über das Symbol der Sterne, ein fünfkantiger Stern. Seit vielen vielen Jahren zeichne ich jeweils ein fünfkantiger Stern, der auch als Blume gesehen werden kann. Warum mich genau dieses einfache Zeichen dermassen berührt ist Gegenstand von Ermittlungen.

Unsere Zeit hier ist schon wieder um und wir werden im Hotel Flower of Life zum Lunch erwartet. Ich rede hier von Sprüngen zwischen den Welten, von Dimensionenwechsel, nicht bloss metaphysischer Art. Nein, physischer Art ebenso. Das Hotel ist eine weitere Welt.

Im Speisesaal herrschen eisige Temperaturen, ohne Witze. Die Klimaanlage ist auf gefühlte 17 Grad eingestellt. Ich wickle mich in mein Pestamal Schal. Während wir aufs Essen warten, und ich über das erlebte nachdenke, beginnt in mir eine Art beben, das durch meinen ganzen Körper schwingt. Es ist eine sanfte, liebevolle hin und her schaukelnde Energie. Ich fühle mich umarmt, eingehüllt, geschaukelt….. in den weichsten Armen die ich je gefühlt habe. Mein Herz wird geflutet von universeller Liebe.      J schaut mich fragend an: alles gut bei dir? Ich teile mit ihm meine Wahrnehmung und er nickt und nickt und nickt, es gehe ihm auch so.
Lunch wird serviert. Wir sind zeitlich knapp dran, und müssen uns mit dem Essen beeilen. Ich esse zügig und suche einen Ort um in Ruhe eine Zigarette zu rauchen und mich aufzuwärmen. Der Hotelinnenhof erweist sich hierfür als perfekt.

 

Weitere knapp zwei Stunden Carfahrt liegen vor uns, um nach Dendera zu gelangen. Darauf freue ich mich besonders. Den Tempel der Hathor, Göttin der Liebe, des Friedens, der
Schönheit, des Tanzes, der Kunst, der Musik, der Erotik zu besuchen. Es ist 15:30 Uhr als wir bei der Tempelanlage vorfahren. Ich bin froh, denn die Hitze beginn um diese Zeit nach zu lassen. V hat mit den beiden A.A. – Aki und Akram – im Car schon vereinbart, dass wir gerne in das an Isis gewidmeten Haus auf der Tempelanlage gehen möchten. Wir haben Glück, denn der SiBe vor Ort gewährt uns 15 Minuten. Beim betreten des Raumes sind wir bereits in einem veränderten Bewusstseinszustand. V nimmt die Stimmgabeln hervor. Und fordert uns auf in das Gefühl der Hathor zu schwingen. Liebe, Tanz, Musik, Freude. Wir singen drei mal ein Lied in afrikanischer Sprache, wir klatschen, kleine Rascheln werden geschwungen. Pssst, rufts von draussen. Schade, dürfen wir hier nicht laut werden…. Ich fühle so viel Liebe von diesem Gestein. Ich stehe mit geschlossenen Augen, mit beiden Füssen fest am Boden verankert, Arme locker neben mir hängend da. Meine Handinnenflächen werden heiss und ich lege sie auf meinen Unterbauch, auf mein Sakral Energiefeld…….  und…… der Rest ist für mich zu wissen, und für dich darüber zu rätseln… grins, grins, smile, smile.
Meine Stimme fängt an ein OM zu summen. Worauf eine weitere Stimme und noch eine und noch eine, bis wir uns finden. Wir Summen drei mal ein OM. Die Vibration meiner Stimme, des Raumes, der Anderen zerschmilzt mit meinem physischen Körper. Das Empfangene wird so irgendwie durch unsere physischen Körper in diese Dimension übersetzt und mittels unserer Körper in unsere planetaren Frequenzen eingespeist.

Nach diesem, wenn auch kurzem, dafür sehr sinnlichen Erlebnis, kehren wir zum Hauptgebäude des Hathor Tempels. Ich schwebe wortwörtlich auf Wolke sieben und verliebe mich immer mehr in dieses wundervolle, magische Misir, so nennen sich die Ägypter ihr Land.
Ich beschliesse hier und jetzt so schnell wie möglich hierher zurück zu kehren. Und sicherlich mehr Zeit hier zu verbringen. Der Hathor ist einer der wenigen Tempel, die noch Touristen eine steile Treppe hochsteigen lassen um den Tempeldachrundgang zu machen und auf der anderen Seite den schmalen flach absteigenden Gang zu durchlaufen. So wie es die Priesterinnen des Alten Ägyptens wohl getan haben müssen.

Punkt 17 Uhr müssen wir die Anlage wieder verlassen. Wir sind die letzten und die Verkäufer warten schon verkaufswillig auf uns. Die Menschen sind arm in Dendera, und bestreiten ihren Lebensunterhalt vor allem durch den Tourismus. Und verhandeln können die! In Windeseile, kaufe ich einen türkisfarbenen (wie auch anders) Schal und ein weisses Baumwollhemd für meinen Mann. Der Car läuft schon, und Akram ruft uns liebevoll zur Beeilung. Move, move my sisters, move as one – we have to go.

Im Car spüre ich meine Erschöpfung und meinen Bauch gurgeln…. oh je oh je…. habe ich da wohl beim Mittagessen was erwischt….. ich habe Krämpfe, Übelkeit überkommt mich…. und so erweist sich die Toilette im Car doch noch als ein Segen…. auch wenn es ne Menge Überwindung braucht, die heisse, stinkende Cartoilette zu betreten….. ich bin nicht die einzige mit den selben Symptomen…. Um 19 Uhr sind wir wieder auf der Afandina, wo wir zum Nachtessen auf dem Boot von der Crew innigste erwartet werden. Ich kann kaum etwas essen und weiss, dass ich wohl am nächsten Tag besser auf dem Boot bleiben werde.

Auf dem Programm steht für den Vormittag des Tag 10, 4:30 Uhr Tagwache und Besuch des Totentempel der Hatschepsut.

Den werde ich wohl verpassen.

Dreaming Egypt – Tag 8

Ankunft in Luxor

Dienstag 23. Oktober 2018

Es ist unser letzter Segeltag auf der Afandina. Nach einem reichhaltigen Frühstück treffen wir uns zum Austausch der Erlebnisse vom Vortag, im Tempel des Horus, der als Falke oder Menschen mit Falkenkopf dargestellt wird. Wieder einmal ist es sehr bereichernd den anderen zuzuhören und beim Einen und Anderen Übereinstimmung mit meinen Wahrnehmungen festzustellen. Das unterstützt die Integration.

Um auf dem Nil nach Luxor zu gelangen, müssen wir durch ein Lock hindurch geschleust werden.  Das hat mit dem Staudamm von Assuan und der Regulierung der Wassermenge zu tun, jedenfalls habe ich das so verstanden. Wir werden in einen engen Schacht geschleust, unser Captain und die Crew sind voll beschäftigt die Afandina richtig zu platzieren. Vor uns und hinter uns werden riesige Schranken geschlossen. Ganz langsam wird Wasser aus dem Schacht gelassen, so dass wir hinunter sinken, immer tiefer, bestimmt 10-15 Meter. Dann öffnen sich die Schranken vor uns und  
weiter gehts, nach Luxor wo wir noch vor Sonnenuntergang Anker legen.

In der Abenddämmerung besteigen wir ein Taxi Boot, dass uns ans andere Ufer ins Herzen der Stadt Luxor führt. Wir steigen in einen Car und werden keine 5 Minuten später vor dem Tempel in Luxor wieder abgesetzt. Laufen wäre nicht in Frage gekommen, sagt Akram, das wäre für ihn zu viel Stress. Nicht etwa weil es gefährlich wäre, sondern wegen den Verkäufern, die uns sicher belagern würden und er damit beschäftigt sein würde, sie von uns fern zu halten. Ich verstehe ihn. Dennoch gibt es in solchen Situationen auch ganz tolle Begegnungen mit den Bewohnern und ein Schnäppchen noch oben drauf.

Der Tempel von Luxor ist architektonisch mehr als beeindruckend. Auch weil so viele verschiedene Kulturen und Mächte hier ihre Zeichen und Einflüsse hinterliessen. Die vielen Verwüstungen der alten, ägyptischen Kunst, nicht bloss hier, schmerzte mich jeweils. Gesichter der Gottheiten wurden abgekratzt, verstümmelt. Aki pflegte zu sagen: vor der Zeit der Archäologie hätte jeder hierher kommen können und was gefunden wurde, konnte behandelten werden. So tauchen gar kürzlich im Erbe einer reichen familienlosen Dame eine Mumie auf. Ich bin verblüfft!

Energetisch erlebe ich jedoch eine ganz andere Geschichte. Und es sind nicht mal the hunderten von Touristen die in den frühen Abendstunden durch die Tempelanlage schlendern. Meist in Gruppen den Erzählungen zu den Statuen und der Kunst ihres Reiseführer horchend.

Nein, es herrscht hier in meiner Wahrnehmung energetisch Verwirrendes. Als ob alles etwas durcheinander geraten ist. Altägyptisches, Römisches, Griechisches, Arabisches alles kreuz und quer. Während ich das hier schreibe, beame ich mich gleich nochmals dahin. Die Eindrücke, Bilder und Gefühle der Gesteine, Statuen, Säulen, des Ortes selbst kamen nur so auf mich zu geworfen. Innere Szenen von anderen Zeiten spielen sich vor meinem inneren Auge ab.

Wir müssen uns beeilen, da Akram wieder mal eine Ecke des Tempels für uns frei machen konnte und uns 15 Minuten gewähren kann. 

Wir standen im Kreis innerhalb eines dachlosen Gebäudes in einer Ecke, umzingelt von gigantischen Säulen. Alle schlossen die Augen um so schnell wie möglich in einen meditativen Zustand zu kommen. Ich konnte meine Augen nicht schliessen, in mir drehte sich alles wie auf einem Hochgeschwindigkeits-Karussell. Ich fixiere einen Punkt am Boden… auch das hilf nicht. Also beginne ich in die Runde zu schauen um festzustellen, dass Einige gerade eine ziemlich intensives Erlebnis haben mit dem was sie fühlen, wahrnehmen.

Wiedermal ist es der Austausch mit Lo und Re, der mir klarere Sicht verschafft. Die beiden empfanden zwar nicht grad so wie ich, doch ähnlich.

Wir verbringen vielleicht 90 Minuten insgesamt im Tempel von Luxor. Nach der Meditation haben wir Zeit, um selber durch den Tempel zu schlendern. Ich entscheide mich, auf schnellstem Weg in Richtung Car zu marschieren. In Ruhe eine zu rauchen und das Erlebte zu reflektieren.

Schnell waren meine Gedanken beim nächsten Tag. Das würde ein Langer werden. Mit insgesamt sieben Stunden Carfahrt… Tagwache um 3:30 Uhr…

Auch wenn ich hier nicht zu meinen acht Stunden Schönheitsschlaf komme, fühle ich mich fit und gut drauf. Das ist auch der Kraft dieses Landes, dessen Menschen, der Sonnenaufgang- und -untergang zu verdanken. 

Dreaming Egypt- Tag 7

Montag, 22. Oktober

Tempel of Horus in Edfu

Wir Segeln weiter in Richtung Edfu wo der Besuch des Tempels von Horus, der in den Wandbemalungen als Falke oder Mensch mit Falkenkopf dargestellt wird, auf dem Programm steht. Horus ist der Sohn von Isis und Osiris und laut Mythologie tötet er an diesem Ort seinen bösen Onkel Seth, der seinen Vater Osiris umbrachte, in 14 Stücke schnitt und diese im ganzen Land verteilte, damit Isis sie nicht finden konnte.

 

 

 

 

 

 

Wir erreichen Edfu um die Mittagszeit. Es warten Pferd und Wagen am Steg auf uns, die uns in rund sieben Minuten zu Tempeleingang fahren. Es ist für Touristen obligatorisch auf diese Weise zum Tempel zu gelangen. Damit werde das einheimische Geschäft gefördert, so Aki.

Einmal mehr gelingt es Akram das Sicherheitspersonal zu überzeugen, uns alleine 15 Minuten in einem der vielen als Vorratskammern verwendeten Räume des Tempels zu gewähren.

Kaum betrete ich den Boden der Tempelanlage bin ich in einer anderen Dimension. Ich fühle mich magisch angezogen vom Hauptgebäude und dessen Ausstrahlung. Akram signalisiert uns zu beeilen. Ich bin dicht hinter ihm und trete als erste in den uns zugewiesen Raum. Stelle mich in eine Ecke und verfalle sogleich in einen tief veränderten Bewusstseinszustand. Der Raum in der Dimension in der ich mich befinde ist voller Farben. Nach und nach kommen die anderen herein und stellen sich im Kreis auf. Jemand lässt die Stimmgabel erklingen, was einen weiteren Dimensionssprung hervorruft. Ich habe das Gefühl, beim Bau der Gebäudes mit dabei zu sein. Ich bin fest mit dem Boden unter meinen Füssen und dem Tempel verankert. Eine Kraft der Stabilität, Beständigkeit und Zeitlosigkeit steigt in mir hoch. Vor mir und um mich herum sehe ich drei verschiedenen Farbstrahle die einzeln verzwirnt in Bewegung sind. Es ist ein Smaragdgrün, ein Blau und etwas was wie Gold aussieht. Diese Farbstränge tanzen in Windeseile um mich herum. Ich kann nicht sagen ob sie aus dem Boden, vom Himmel oder aus mir heraus, oder gar von allen drei kommen. Ich fühle, das Informationen in beide Richtungen ausgetauscht werden. Meine Arme und Hände bewegen sich zwischen Hüft- und Herzhöhe. Erst Handflächen nach unten, dann nach oben, dann rechte Hand nach unten, linke Hand nach oben und umgekehrt. Als ob ein Austausch zwischen Erde, Himmel und mir stattfindet. Bevor ich mehr erfahren kann, werde ich

abrupt aus diesem Zustand gerissen, da unsere private Zeit abgelaufen ist. Bis auf Lo, verlassen alle den Raum. Ihr ist klar, das ich tief versunken bin und sie holt mich mit ihren Gedanken zurück. Ich bin ihr unendlich dankbar, ich wäre vermutlich noch lange da stehen geblieben. Und ich weiss wieder mal, wie es sich anfühlt, wenn einem jemand aus so einem Zustand herausholt. Im ersten Moment stieg etwas Enttäuschung in mir hoch etwas verpasst zu haben.

Mir ist von der abrupten Rückführung und der Erfahrungen schwindlig und ich mag der Gruppe grad nicht folgen. Und so höre ich die jeweils sehr spannenden und ausführlichen Geschichten von Aki nicht mit. Ich torkle wie beschwipst durch den vielleicht eineinhalb Meter breiten Flur in Richtung Ausgang. Ich muss mich immer wieder an die Wand lehnen. Akram und ein Sicherheitsbeauftragter sind besorgt um mich. Der SiBe reicht mir ein Taschentuch und führ mich durch eine Nebentür an die frische Luft. Naja, von frisch im Sinne von kühl ist hier nicht die Rede. Ich setze mich auf eine Stufe, grabsche meinen Fächer aus um mir Erfrischung zu verschaffen. Als ich mich erholt hab, gibt mir der SiBe in gebrochenem Englisch zu verstehen, ich solle ihm folgen. Naiv wie ich in dem Zustand noch bin, glaube ich er führe mich nach draussen. Stattdessen ihm folgen befinde ich mich in einem engen dunklen Treppenhaus, indem die Wände mit Hieroglyphen übersät sind. Take pictures of you, meint er lächelnd. Mir wird schlagartig klar: er will natürlich für diesen Ausflug neben des offiziellen Durchgangs Geld von mir. Dennoch ist er weder aufdringlich noch unangebracht mir gegenüber.

Er hat sich das Trinkgeld verdient 😉

Die trockene Hitze setzt mir nebst dem Erlebten zu. Für den Rest des Tages schwelge ich in den Erlebnissen. Der Austausch mit Lo und den anderen hilft das Ganze besser einzuordnen. Ich finde den Austausch essenziell für die Integration der Eindrücke.

Wir, also die Crew der Afandina, segelt den Rest des Tages und ankert irgendwann kurz vor Sonnenuntergang an einer Insel. Das Nachtessen und die lauen Abenden auf dem Deck werden mir noch lange in Erinnerung bleiben.

Dreaming Egypt – Tag 6

Schwimmen im Nil und Dorfbesuch

Sonntag 21. Oktober

Ich wach kurz vor Sonnenaufgang auf und begebe mich aufs Deck wo bereits zwei meiner Mitreisenden auf den Sonnenaufgang warten.

Als es hell wie wird, dürfen wir noch mal auf die Insel mit der Absicht die Füsse im Nil zu baden. Ich kann es mir nicht entgehen lassen im Nil zu schwimmen. Dazu muss ich sagen dass ich nicht zu den Menschen gehöre die einfach so in jedes Gewässer hüpfen. Aber ich wusste das ich es mir nie verzeihen würde das Gefühl im Nil eingetaucht zu sein zu erleben. Und so tat ich das auch als erste und es fühlte sich unglaublich an. Das Wasser war klar und sanft. Ein Erlebnis, dass ich nie vergessen werde.

Heute verbringen wir den Tag den Nil entlang zu segeln. Akram, unser Reiseführer entschied spontan einen Zwischenhalt bei einem typischen Dort zu machen. Schon beim Anlegen werden wir von einer Horde Hallo schreiender Kinder Empfang. Der Dorfchef nimmt uns überglücklich in Empfang und zeigt uns voller stolz sein Dorf. Wir werden von den Kindern begleitet, die alle ein paar Worte Englisch sprechen und nach Schreibzeug betteln ohne aufdringlich zu dein. Die Herzlichkeit der Dorfbewohner ist beeindruckend und berührend. Gar die Frauen zeigen sich und lächeln und an.

Die Kinder sind dann auch überglücklich beschenkt zu werden. Ich werde alle extra mitgebrachten Kugelschreiber, Bleistifte und Notizhefte im Handumdrehen los.

Wieder auf der Afandina treffen wir uns zur Meditation und Austausch über die Erlebnisse des Vortages im Tempel der Isis. Für mich ist der Austausch über das Erlebnis extrem wichtig, weil es hilft die eigenen Wahrnehmungen besser zu verstehen, wenn ich anderen zuhören kann. Ich bin überglücklich zu hören, das ich mit meiner Wahrnehmung, den Gefühlen, dem hellsichtigen Sehen multidimensionaler, galaktischen Wesen nicht alleine bin. Bis hin zum Farbspektum finde ich Bestätigung in den Aussagen der anderen. How cool is that!

Es wird Abend und wir docken wieder an einer Insel an für die Nacht. Die Hitze wird zur angenehmen Wärme, der Sonnenuntergang wieder zum Spektakel. Kein Wunder, baten die alten Ägypter die Sonne als einen ihrer Gottheiten Amun Ra an. Die Sonne ist hier wirklich atemberaubend.

Dreaming Egypt- Tag 5

Isis Tempel und Kom Ombo

Samstag, 20. Oktober 2018

Ich schreibe diesen Text schon zum dritten Mal 🙈. Das erste Mal gefiel mir der Text nicht, das zweite Mal nachdem ich mehrere Stunden daran gearbeitet hatte und ich ihn in meine Webseite kopieren wollte, habe ich den Text aus Versehen gelöscht.

Um 3:00 Uhr morgens werden wir geweckt. Nach Kaffee und Kuchen fahren wir mit einem Kleinbus zum Hafen wo wir ein kleines Boot besteigen, dass uns zur Insel Philae bringt. Die Überfahrt dauert rund zehn Minuten. Auf halbem Weg hält das Motorboot damit wir das Panorama in Stille betrachten können. Der Mond wird auf dem fast spiegelglatten Wasser reflektiert und am Himmel funkeln die Sterne. Die Insel und der Tempel präsentiert sich majestätisch vor uns. Dank meiner Hellsichtigkeit sehr ich das Energiefeld der Insel. Über dem Tempel zeigt sich die Energie wie wenn man Hitze über dem Asphalt sieht. Wir sind alle bereits in meditativen Zustand, was das ganze noch verstärkt.

Am Steg angekommen erwartet uns ein Sicherheitskomitee das uns den Hügel hoch bis vor den Eingang des Tempels begleitet. Es ist noch dunkel und Taschenlampen weisen uns den Weg. Vom Gebäude selbst sehe ich zu diesem Zeitpunkt nichts, spüre jedoch die Kraft in den Gesteinen.

In Stille betreten wir das Foyer. Victoria und zwei der Teilnehmerinnen begeben sich in den Altarraum um einige Vorbereitungen zu treffen. Die anderen warten in Dunkelheit auf Einlass.

Es ist warm und die Luft duftet nach Sand, Wasser und Gestein. Eine nach der anderen werden wir am Eingang erst von Victoria mit einem Tupfen Öl auf Stirn und Brustbein, danach von unserer Kräuterfrau mit einer von ihr speziell kreierten Essenz besprüht.

Mitten im ca. 15 m2 grossen und 6 oder mehr Meter hohen Raum steht ein Granitblock, der seit Jahrtausenden als Altar verwendet wird. Auf einem von V mitgebrachten Tuch sind elektrische Teelichter, mitgebrachte Kristalle, Kräuter, Statuen und ein Schale Wasser daraufgelegt.

Wir stehen im Kreis rund um den Altar. V eröffnet die Aktivierung mit einem Text aus einem Buch das ihr viel bedeutet. Anschliessend bittet sie die Kraft der Göttin Isis und alle unsere geistig-spirituellen, multidimensionalen Wesen um Anwesenheit.

Seit ich auf der Insel Fuss gesetzt habe, fühle ich mein Team um mich herum. Bevor ich in den Altarraum gebeten werde, bittet mich mein Team mein Aufnahmegerät einzuschalten um die Energie festzuhalten. Ich widerspreche, da ich am Vorabend die Anwesenden fragte, ob eine Aufnahme gewünscht würde und mir diese von einer Teilnehmerin verwehrt wurde. Mein Team gibt mir jedoch das Gefühl, es sei für mich wichtig und so starte ich die Aufnahme.

V nimmt ihre Stimmgabeln hervor und geht von einer Person zur anderen. Sie schlägt die Gabel je zwei mal an. Der Klang ist wegen der Akustik, wenn auch nicht laut, dennoch äusserst intensiv. Als sie hinter mir die Gabel anschlägt und mir einen Finger zwischen die Schulterblätter legt, ist es als ob sie auf den ON Knopf gedrückt hätte. Die Schwingung des Tons durchdringt meinen physischen Körper auf angenehme Art wie Strom.

Meine Türsteherin meldet sich mit der Anfrage: „Du, die fragen ob du bereit wärst, ihnen deine Stimme zu verleihen.“ Ich werde ein wenig nervös, und gleich wieder beruhigt.

Als V die Klanggabel zum letzten Mal anschlägt, ich höre meine Türsteherin sagen: Jetzt.

Es ist seltsam meine Stimme wahrzunehmen ohne genau zu registrieren was ich sage. Ich fühle ein starke Präsenz, ich fühle universelle Liebe durch mich hindurch fliessen.

Die Botschaft, oder Transmission dauert knapp zwei Minuten. Als sie vorbei ist, reagiert mein Körper mit Tränen und Überwältigung. Ich bin nicht unglücklich, dass V ein Dankgebet spricht und das Ritual beendet.

Ich will gehen und teile mit, dass ich draussen warten werde. Im Freien erwartet mich ein wunderschönes Geschenk von Mutter Erde. Den Sonnenaufgang!

Sonnenaufgang Isis Tempel

Für mich ist es wie ein Zeichen, eine Bestätigung und eine Danksagung von Gaia.

Ich bin alleine auf dem Tempel Areal, auch wenn ich weiss, dass Sicherheitspersonal mich beobachtet, fühle ich mich nicht unter Kontrolle. Sie lassen mir respektvoll den Raum.

Wir bewundern nun den Tempel bei Tageslicht und horchen den spannenden Geschichten die unser Ägyptologe Aki zu erzählen weiss. Um Punkt sieben trudeln die ersten Touristen ein. Wir sind alle fasziniert, wie die Energie des Tempels sich auf einen Schlag verändert. Wie wenn der Tempel, dass Gestein sein Kraft wieder herunter fährt.

Zurück auf dem Festland am Steg gibt’s alle möglichen Souvenirs. Schon beim Hinweg fielen mir die türkisfarbenen Steine auf. Die Verkäufer lassen ihr gesamtes Inventar am Steg auf dem Boden ausgebreitet. Als ich erfahre, dass dies in Granit kristallisiertes Wasser ist, hat meine Faszination keine Grenzen mehr! Zwei Stück kommen mit mir.

Auf der Afandina erwartet uns ein leckeres Frühstück während wir in Richtung Kom Ombo segeln. Na ja, eigentlich werden wir von einem Motorboot gestossen. Die Fahrt bis dorthin dauert vier Stunden.

Um 14 Uhr docken wir 500 Meter vom Tempel an. Es ist der einzige Tempel der zwei Göttern gewidmet ist. Soek, der die Dunkelheit und Osiris, der das Licht symbolisiert. Von V erfahren wir, dass es im Tempel einen Platz hat, wo diese Polarität sehr gut zu fühlen sei. Wir haben das Glück, oder vielleicht das exzellente Verhandlungsvermögen unsers Reiseführer Akram, dass wir 15 Minuten ohne Störung von anderen Touristen dort verweilen können. Ganz ehrlich, ich spüre ein ziehen in meiner Hergegend und einen leichten Druck im Solarplexus, mehr nicht. Und offen gestanden macht mir die extreme Hitze mächtig zu schaffen. Ich bin froh, dass wir nicht allzu lang dort verweilen.

Der Tag klingt mit einem Nachtessen auf einer Insel im Nil aus und ich falle reich beglückt, todmüde ins Bett.

Nachtessen auf einer Insel im Nil

Dreaming Egypt – Tag 4

Freitag, 19. Oktober 2018

Nach einem ruhigen Morgen im Mena House Hotel geht’s zum Flughafen wo wir etliche Sicherheitskontrollen über uns ergehen lassen müssen. Mir wird gar mein einziges Feuerzeug abgeknüpft!

Der Flug nach Assuan dauert eine Stunde und fünfzehn Minuten. Ich führe ein intensives, offenes Gespräch mit meiner Sitznachbarin, sodass die Zeit im Nu wortwörtlich verfliegt. Es ist alles durchorganisiert und der Bus wartet bereits auf uns, um uns zur Afandina zu fahren – so heisst das Segelboot auf dem wir die nächsten sieben Tage auf dem Nil nach Luxor schweben. Wir sind allesamt sehr freudig gespannt auf das Boot, nicht zuletzt weil V und Akram so sehr davon schwärmen. Die Pharaonen bereisen den Nil auf solchen Booten.

Afandina

Die Hitze ist – um die 42 Grad – Mitten am Nachmittag, wenn auch trocken, doch brutal. Die Sonne brennt durch die Kleidung hindurch auf der Haut. Umso glücklicher sind wir, als wir an board der Afandina steigen und die Zimmer mit Klimaanlage auf 26 Grad gekühlt vorfinden.

Das Boot ist stielvoll, heimelig und herzliche einladend. Die Crew, insgesamt 17 Männer, die sich um alles kümmern. Die Zimmer sind klein, niedrig aber total kuschelig. In der Dusche/WC habe ich als nicht allzu voluminöses Wesen 😉 knapp Platz.

Wir haben etwas Zeit auszupacken bis es Kaffee/Tee und Kuchen gibt. Danach treffen wir uns zur ersten Meditation auf dem Deck der Afandina unter dem Baldachin.

Es ist eine Meditation zur Vorbereitung auf unsere nächste Destination: der Besuch des Isis Tempel auf der Insel Philea. Ein weiteres Highlight dieser Reise, denn wir haben die gesamte Tempelanlage von morgens um 5 bis 7 Uhr für uns alleine. Plus werden wir im Herzen des Tempels um den Isis-Altar ein Meditation halten. V nennt es eine Aktivierung, dies war auch zwischen den Pfoten der Sphinx der Fall.

Nach dem äusserst leckeren Nachtessen, gilt es früh ins Bett zu gehen. Tagwache um drei Uhr morgens.

Ich setze mich im unteren Deck noch eine ganze Weile lang unter den Sternenhimmel, starre auf den Nil dehne meine Wahrnehmung aus spüre, horche den Gefühlen und Eindrücken diese Jahrtausende alten, kraftvollen Flusses und seinen Geschichten. V spricht oft davon, dass der Hauptmeridian der Erde von Südafrika bis nach Ägypten entlang läuft um sich dann im Norden Afrikas auszuästen wie eine ägyptische Lotus Blüte. Ein Nebenmeridian führt übrigens durch den Kraftort Aesch-Forch ZH, meiner Meinung nach auch durch Sass da Grüm im Tessin. An beiden Orten war ich und es gäbe davon und über die Verbindungen ne Menge zu erzählen… next time.

Hier empfinde ich diesen Fluss, dieses Wesen als sanft, warmherzig, willkommen heissend. An der Oberfläche deutet nichts auf seine/ihre Kraft und Beständigkeit hin. Der Mond ist zunehmend und das Licht spiegelt sich darauf. Ein Ruhe legt sich über mich, ich fühle mich geborgen und aufgehoben in seiner/ihrer Gegenwart. Was wird er/sie mir noch alles offenbaren, frage ich mich.

Dreaming Egypt – Tag 3

Sakkara, Stufen Pyramide, Serapeum und rote Pyramide

Donnerstag, 18. Oktober 2018

Wieder in frühen Morgenstunden fahren wir los um in Sakkara die Stufen Pyramide und das Serapeum, eine riesige Tiergrabstätte, zu besuchen. Das frühe Aufstehen lohnt sich, denn wir sind die Ersten vor Ort die die Katakomben betreten können. Natürlich mit Spezialbewilligung.

Eineinhalb Kilometer neben der Stufen Pyramide hält unser Bus umgeben von Wüstenlandschaft. Nichts deutet auf eine Grabstätte hin.

Weg zum Serapeum

Der Weg zum Eingang führte ca. 100 Meter abwärts unter die Erde. Fotografieren strengsten verboten.

Schon als wir auf das Areal fahren spüre ich eine starke Schwingung, ähnlich der, die ich jeweils unmittelbar neben einem WLAN Router oder einer Mobilfunkantenne spüre. Mein Körper regiert mit leicht erhöhtem Pulsschlag. Wir nähern uns dem Eingang der Katakombe und die Symptome nehme zu. Drinnen ist die Luft dicht, es ist warm und ein seltsamer Geruch steigt mir in die Nase. Wir laufen durch ein rund 3 Meter hohen gewölbten Tunnel, rechts und links sind symmetrisch angelegte Höhlen in denen sich riesige – bestimmt 10x2x2 m – Granit Sarkophage befinden. Darin waren Tiere einbalsamiert. Die unterirdische Grabstätte erstreckt sich insgesamt über 7 km, dem Publikum ist nur ein kleiner Teil zugänglich.

In meiner Wahrnehmung deutet hier nicht viel auf tierisch geistige Anwesenheit hin, vielmehr erscheinen mir die Sarkophage wie riesige Schatztruhen, gefüllt mit universellem Wissen. In eine dieser Truhen führt eine Treppe hinunter. Dahinter befindet sich eine kleine Fläche. Der Sicherheitsbeauftragte gewährt uns 15 Minuten zum Meditieren. In Windeseile legt Victoria ein Tuch auf den Boden und nimmt ihre Klangschale während J, der einzige Mann unserer Gruppe seine Stimmgabel hervorzückt. Der Rest versucht sich so schnell wie möglich am Boden auf die Kurzmeditation vorzubereiten. Ich blase mein Luftkissen auf, grabsche meinen Bergkristall aus und stelle ihn vor mich hin. Im Säckchen indem ich ihn transportiere liegt auch ein Pendel.

Plötzlich ist es unglaublich still. Wir sind bereit und die Klangschale wird angeschlagen. Der Schwingung des Tons fährt mir durch Mark und Bein. Hellsichtig sehe ich die Frequenz farblich wie Welle, ein mix aus blau grün und einer Farbe wofür ich keine Bezeichnung habe. Kaum ausgeklungen, ertönt die Stimmgabel. Dieser Ton zeigt sich mir mehr in geometrischer Form. Als ob ich durch ein Kaleidoskop schauen würde. Beide Töne übertragen irgendwie Informationen der Schatztruhe bei der wir uns befinden. Intellektuell kann ich das weder erfassen noch verstehen.

Ein Gefühl in Lichtgeschwindigkeit durch unsere Galaxie zu flitzen und gleichzeitig fest mit dieser Truhe verbunden zu sein überkommt mich. Zu gerne wäre ich länger in diesem Zustand geblieben. Doch mein Türsteher, den ich manchmal auch als türkisfarbenes Licht wahrnehme, meldet sich zu Wort. Die Zeit ist fast abgelaufen, teilt er/sie/es mir mit. Und bittet mich das Pendel herauszunehmen und einfach über den Bergkristall zu halten. Ich frage in dem Moment nicht wozu, sondern führe aus. Das Holzpendel kreist zuerst einige Sekunden gegen den Uhrzeigersinn, hält an, kreist im Uhrzeigersinn, hält wieder an. Schwingt auf und ab, hält an um nach rechts und links auszuschlagen um dann still zu stehen.

Victoria schaut zu, was mir nicht bewusst war da meine Augen aufs Pendel gerichtet waren. Danach holt sie uns aus der Meditation.

Wir müssen uns zügig zum Ausgang begeben.

Ich bin noch in einem veränderten Bewusstseinszustand deswegen laufe ich als letzte den anderen nach. Wir müssen dicht an einem mitten im Tunnel stehenden Sarkophag vorbei schlängeln, um zum Ausgang zu kommen. V wartet auf mich. Alle anderen berühren den Sarkophag. Ich hebe meine rechte Hand um es ihnen gleich zu tun. Als ob mich ein Stromschlag getroffen hätte, zucke ich zurück. Wie ein Blitz erscheint in meinen Gedanken: „Fass mich nicht an!“ Ich bin froh, dass Victoria das ganze sah und mich total verwundert und fragend ansah. It just told me, not to touch it!!

Ich schlängle mich daran vorbei und hüte mich es zu berühren. Dahinter befindet sich ein grösserer Raum, dessen Wände in Stein gemeisselte Bücherregale hat und in dessen Mitte steht der Deckel des „don’t touch me“ Sarkophages.

Aki, unser Ägyptologe, erzählt, dass der französische Entdecker der Grabstätte, Auguste Mariette 1850 versucht habe, diesen Sarkophag an die Oberfläche zu bringen, jedoch wegen der Dimension und Gewicht stecken blieb. Sie schafften es, den Deckel abzunehmen und diese einige Meter weiter zu bringen, den Unterteil mussten sie mitten im Tunnel stehen lassen. Und plötzlich macht meine Reaktion völlig Sinn. Die anderen legen alle ihre Hände auf den Deckel um dessen Energie zu spüren. Ich versuche es auch nochmals, dieses Mal bewusst. Ich frage, ob ich es berühren dürfe, erhalte jedoch wiederum eine Absage. Aki schaut mich ungläubig an. Worauf ich ihm sag, natürlich kann ich mich forcieren meine Hand darauf zu legen, damit würde ich es jedoch despektieren.

Aki erzählt, dass der Raum aufgrund der archäologischen Funde zur Zeit des alten Ägypten zum Studium medizinischen Wissens und Heilung verwendet wurde.

Wir verlassen die Katakomben und begeben uns in Richtung Stufen Pyramide. Es ist heiss, die Sonne brennt erbarmungslos auf uns herunter. Was mich kurzerhand dazu bewegt, mich zu verschleiern. Ich verstehe glaube ich zum ersten Mal in meinem Leben, das eine Kopfbedeckung vorteilhaft sein kann 🙂

Weil Aki ein über die Grenze hinaus sehr bekannter Ägyptologe ist, und erkannt wird, kann er mit dem Sicherheitspersonal aushandeln, uns durch eine Absperrung zu lassen um hinter die Stufen Pyramide zu gelangen, wo in einem abgeschlossen steinernen Raum einem Kubus ähnelnd eine Statue des Heilers Zoser eingeschlossen steht. An der einen wand hat es zwei Öffnungen wodurch der Heiler den Stern Sirius sehen kann.

Auf dem Areal stehen noch ein paar Ruinen der Gebäude die um die Stufen Pyramide gebaut waren. Ein paar Nischen sind offenbar sehr geeignet um Klänge zu amplifiziren. J zückt wieder seine Klanggabeln und bringt sie jedem der in die Nische stehen will bei den Ohren zum schwingen. Der Ton wird so tatsächlich nicht nur hörbar, sondern auch körperlich fühlbar.

Ich klettere mit zwei anderen zu einer anderen Nische, wo ich spontan das Gayatri Mantra zu singen beginne. Drei mal. Es überwältigt mich, meine eigene Stimme am ganzen Körper fühlen zu können. Die zwei die mit mir sind erzählen mir später, mein ganzer Körper habe vibriert, was mir selbst nicht wirklich bewusst war.

Danach fahren wir zum Mittagessen in ein nahe gelegenes Restaurant. Ich bin ziemlich müde vom Erlebten. So müde, dass ich die Besichtigung der roten Pyramide in Dashur nicht mehr mitmachen mag. Ich bleibe im Bus, bewundere kurz die Wüste um mich herum, lege mich dann auf die hinterste Reihe und schlafe sogleich ein.

Was für ein Tag! So viele Erfahrungen auf so vielen verschiedenen Ebenen die es zu verarbeiten gilt.

Dreaming Egypt – Tag 2

Zwischen den Pfoten der Sphinx

Mittwoch, 17. Oktober

Pünktlich um 4:45 Uhr fahren wir im Kleinbus der Quest Travel los. Die Fahrt zur Sphinx dauert knapp 5 Minuten. Eigentlich fast in Gehweite. Doch dorthin laufen dürfen wir nicht. Das Betreten des Giza Plateau um diese Uhrzeit ist ausschliesslich mit offizieller Bewilligung möglich. Unser Ägyptologe erklärt uns, dass das Gebiet unter National Security steht, sprich unter strengster Bewachung Tag und Nacht. Am Gate zum Eingang stehen dann auch bewaffnete Polizisten. Unser Reiseführer steigt mit entsprechenden Dokumenten aus und regelt den Einlass. Ein blutjunger Sicherheitsbeauftragter wird uns zugewiesen der uns auf Schritt und Tritt folgen wird. Er steigt in sein eigenes Fahrzeug und hat zwei Polizeiautos im Schlepptau.

Wie vereinbart, schweigen wir alle auf dem Weg dahin. Es ist noch stock finster. Bei der Sphinx angekommen, folgen wir Victoria und dem Jungen SiBe, der die Schlüssel zum Eingangstor auf sich hat. Er erlaubt V – wie wir Victoria liebevoll nennen – das Gate aufzuschliessen. Hinter uns folgen vier Polizisten. Wir laufen mit Taschenlampen die Treppen hinunter bis wir vor der Sphinx stehen. V und eine Teilnehmerin begeben sich in den „Raum“ zwischen den Pfoten um ein Paar Vorbereitungen zu treffen, bevor wir eins nach dem anderen eintreten. Im Kreis setzen wir uns auf den Boden. Mein aufblasbares Kissen erweist sich dabei als extrem hilfreich :-).

V stimmt uns mit ihrer sensiblen Weise und sanften Stimme in einen meditativen Zustand. Ich horche ihrer Stimme und gleichzeitig meinem Team, meiner geistigen, multidimensionalen Begleitung. Eines meiner Teammitglieder, der/die/das Türsteher, „flüstert“ mir schalkhaft zu: „Du, die wollen heute durch dich reden! Machst du mit?“ Ich erinnere mich, dass V mich im Vorfeld darum bat, ohne weiteres vorzusprechen, falls etwas von Spirit durchkommen wolle. „Klar!“ antworte ich. Ich fühle mich aufgehoben im Kreise der physisch und multidimensional Anwesenden und erweitere meine Wahrnehmung. Ich erteile die Erlaubnis mich als Medium zu nutzen und bitte mein Team, mich im Bestreben Cristina so gut wie möglich aus dem Weg zu schaffen, zu unterstützen.

V liest ein ägyptisches Gebet vor welches alle ägyptischen mythologischen Wesenheiten um Weisheit, Klarheit und Erkenntnis bittet: Ra, Nut, Thoth, Khonsu, Osiris, Isis, Nephthys, Horus, Seth, Anubis, Hapy, Hapi, Ma‘at, Amon und noch ein paar mehr…

Während sie diese Namen spricht, wird mir vermittelt, dass die Energie dieser Wesen anwesend ist. Auch, dass es keine Rolle spiele, wenn ich mit den meisten dieser mythologischen Gottheiten nichts anfangen/verstehen könne. Dass sei ein Konglomerat vieler, die präsent seien und sie zusammen eine Botschaft für die Anwesenden hätten.

Ich entspanne mich, sinke in die Liebe die ich spüre und damit in eine Form der Trance. Ein türkisfarbenes Licht umhüllt mich und die ganze Gruppe. (Später erfahre ich, dass auch andere Anwesende das wahrnahmen. Coole Bestätigung.)

Der/die/das Türsteher meldet sich wieder bei mir: „V ist im Begriff die Meditation zu beenden. Du solltest dich nun zu Wort melden.“ Keine Sekunde darauf, ertönt V‘s Klanggabel. Ein Signal, aus der Meditation zu kommen.

Ich soll noch warten, meint meine Türsteherin. Es seien noch nicht alle bereit. Ein paar Sekunden darauf, beginnt V zu reden, Dankbarkeit zu sprechen um die Meditation abzuschliessen.

Jetzt! höre ich.

Ich hole Luft und frage V, ob ich sprechen dürfe. Was mir natürlich nicht verwehrt blieb. Ich bedanke mich und bitte um zwei Minuten Zeit, Cristina aus dem Weg zu schaffen.

Da ich als Kanal fungiere, somit mein wach Zustand verändert ist, nehme ich nur marginal wahr, was genau aus meinem Munde kommt, ebenso habe ich kein Zeitgefühl.

Was ich über den Inhalt der Botschaft hier wiedergebe, basiert auf den Erläuterungen der Anwesenden, sowie dem was mir dadurch in Erinnerung gerufen wird.

„Willkommen! Lasst uns Danke sagen für eure Anwesenheit an diesem Ort. Versteht, dass viele verschiedene Wesenheiten heute und hier mit euch versammelt sind. Jeder von euch Anwesenden hat seine ganz spezifische Frequenz die uns ermöglicht hierher (die Schwingung der Erde gemeint) einzutreten. Dafür unsere tief gefühlte Dankbarkeit. Wir sprechen in eure Herzen und machen euch aufmerksam, dass ihr für uns Leuchttürme seit. Wir erkennen euch durch das Licht, welches ihr seit und ausstrahlt über viele Galaxien hinweg. Wir bitten euch, dies fest in euerm Bewusstsein aufzunehmen. Wir erinnern euch daran, dass eure Licht alle berührt die in eurem Umfeld mit euch in Berührung kommen, und nicht bloss irdische Wesen, sondern auch feinstoffliche, multidimensionale Wesen die ihr in eure Energiefeld lässt. Wir danken euch, dass wir heute mit euch hier sein können.“

Im Nachhinein wird mir gesagt, dass die Energie und die Gefühle die mit den Worten kamen intensiver war als die gesprochenen Worte.

Was für ein Geschenk!

Dreaming Egypt – Tag 1

Dienstag, 16. Oktober 2018

Ehrlich gesagt, ich weiss nicht recht wo ich beginnen soll. Vielleicht damit, dass ich schon seit ich weiss den Traum habe, nach Ägypten zu reisen. Zu beschreiben wie es sich anfühlt, nun endlich hier zu sein fällt mir schwer. Ich habe die Gabe mit Worten umzugehen. Doch in Anbetracht dieser mystischen, magischen Konstruktion, diesem Gebilde, dass seit Jahrtausenden, weit älter als unsere Geschichte uns vermittelt, an Ort und Stelle die Menschen in ihren Bann zieht, lässt mich überwältigend sprachlos!

Vom Balkon meines Hotelzimmer

Ich fühle die Magie und Kraft die von ihr ausgeht, die Worte es zu beschreiben fehlen mir noch.

Welcome Home, sagen die Ägypter zu einem und meinen es genau so. Ihr herzenswarme Gastfreundschaft lässt jegliche Befürchtungen dahinschmelzen.

Die nächsten 14 Tage werde ich mit einer Gruppe, einem Mann und acht Frauen, sowie einem ägyptischen Führer an mythologische, mysteriöse und geschichtsträchtige Orte geführt. Ich frage mich gerade, welcher Ort kann diesen hier topen? Am Fusse der Pyramiden von Gize, im feudalsten Hotel von Cairo, dem Mena House Hotel, wo ich mich wie eine Hoheit behandelt fühle…

Um 17 Uhr versammelten wir uns zu offiziellen Begrüssung. Dazu wurden wir vom Reiseunternehmen Quest Travel abgeholt und in die private Wohnung des Geschäftsführer eingeladen. In dessen Wohnzimmer wir erst fünf Minuten meditieren.

Victoria More, die Organisatorin dieser Reise, die ich seit 2013 ausschliesslich von ihren Telekonferenzen „kenne“ begrüsst uns und erläutert uns nochmals das Programm der nächsten zwei Wochen. Ihre zarte Weise über Ägypten zu sprechen berührt mich sehr. Sie bereist dieses spezielle Land seit 1999 und ihre tiefe Liebe zur Mystik und Energie Ägyptens berührt. Wir stellen uns alle vor. Jeder der anwesenden erzählt über die Beweggründe an dieser Reise teilzunehmen. Schnell stellt sich heraus, dass wir alle hier sein „müssen“ – warum ist zu diesem Zeitpunkt keinem ganz klar.

Anwesend sind nebst dem Präsidenten der Quest Travel, Marawan Nazym, seine Rechte Hand und Schwester Nancy, Akram unser Reiseführer sowie der sehr erfahrene Ägyptolog und Archäolog Aki. Er stellt sich vor und spricht uns gleich allen Mitten ins Herz. Er bittet uns alles was wir erleben werden nicht bloss mit dem jetzigen Leben zu betrachten, sondern mit allen unseren Leben der Vergangenheit und Zukunft. Er habe in über 40 Jahren noch nie jemanden erlebt der von der Energie dieses Landes unberührt gelassen worden sei. Wir sollen uns bewusst sein, dass wir nicht allein hier seien. Das alle die wir kennen, die wir lieben auch unsere Verstorbenen und ahnen mit uns seien. Das dass, was wir hier erleben und erfahren, was uns berührt weiter gegeben wird. Ägypten verändere jeden, nicht nur die, die eine spirituelle Entwicklung, Einsicht und Bewusstseinserweiterung anstreben.

Ich bin total perplex und berührt von seinen Worten. So viel Weisheit und Wissen sprechen aus dem Mund eines bestimmt fast 70 jährigen Mannes.

Danach ergreift Akram das Wort. Heisst uns Welcome Home. Denn Ägypten sei unser zu Hause. Er werde die nächsten vierzehn Tage vierundzwanzig Stunden zu unserer Verfügung stehen. Was immer wir brauchen, wir können uns an ihn wenden. Weiter erklärt er uns, dass jeder Ort den wir besuchen werden eine ganz spezielle eigene Energie habe. Wir sollen jeden Ort nicht nur mit neuen Augen sehen, sondern uns überall aufs Neue einlassen. Jeder Ort habe eine einzigartige Wirkung. Damit wir diese in Fülle erfahren können, sei es wichtig mit allen Sinnen wahrzunehmen. Über allem, sollen wir mit den Augen unseres Herzens sehen.

Feel Egypt, don’t think Egypt!

Die private Session die wir morgen zwischen den Pfoten der Sphinx haben werden, sei eine der energetisch intensivsten und eindrücklichsten. Niemand ausser unserer Gruppe werde während den zwei Stunden die uns zur Verfügung stünden, auf dem Giza Plateau anwesend sein. Das sei ein echtes Privileg und Glück.

Wieder bin ich beeindruckt!

Nach einem feinen Essen im Restaurant Andrea heisst es, ab ins Bett. Na ja, fast. Denn ich schreibe das hier noch und geniesse ein feines ägyptisches Glas Wein dabei.

Morgen um 4:45 Uhr fahren wir also zur Sphinx wo wir zwei private Stunden zwischen den Pfoten der Sphinx verbringen dürfen. Victoria gibt uns noch Instruktionen und erklärt uns das von ihr vorbereitete Ritual gefolgt von einer gemeinsame Meditation und Austausch!

Ich bin total gespannt und freue mich riesig darauf.

Herzlich, c