Dreaming Egypt – Tag 11

Freitag, 26. Oktober 2018

Tempel von Karnak, Meditation im Raum der Statue Sekhmet und das Gate to Heavens

Die Tagwache heute um 4:30 Uhr ist schon fast wie ausschlafen. Pünktlich um 5:30 Uhr nähert sich ein Boot Taxi der Afandina, dass uns über den Nil führt wo wieder ein Car auf uns wartet. Die Fahrt zum Karnak Tempel dauert bloss 20 Minuten. Je näher wir der Anlage kommen, umso mehr fühle ich in meinem Körper ein Vibrieren, eine Aufregung. Das wird spannend.
Der Car fährt bei der Einfahrt zum riesigen Parkplatz vor. Akram, unser Tour Manager, ist wie immer vollkommen vorbereitet. Er steigt aus, zückt die nötigen Bewilligungsdokumente für den frühen Besuch und bezahlt die Tickets. Wir sind die Ersten auf dem gesamten riesigen Tempelareal. Nicht einmal die Souvenir Verkäufer sind anwesend.
Aki, unser Ägyptologe zeigt uns in der Eingangshalle am Tempel Modell, wo sich das Haus der
Sekhmet befindet. Wir wollen zügig dorthin laufen, damit wir alleine bei der Statue meditieren können. Lets move, meint er.  Wir marschieren durch die Tempelgebäude, durch die imposante Säulenhalle, an der riesige Statute des Ramses II. mit seiner Tochter vorbei. Vorbei an einem der grössten Obelisken, der aus einem einzigen Stück rosa Granit besteht. Später erfahren wir, dass die Pharaonin Hatschepsut diesen erstellen lies. Aki fordert uns auf, weiter zu gehen. Wir würden nach der Sekhmet hierher zurück kommen.

Aki macht uns beim Gehen auf das eine oder andere aufmerksam, auf das er nach unserer Mediation zurückkommen werde. Ich merke, dass ich ihn höre, aber nicht genau verstehe. Ich schaue mich um und sehe, dass auch die Anderen sich bereits auf einer anderen Bewusstseinsebene bewegen. Von Victoria und Aki wissen wir, dass diese Sekhmet Statue seit mehr als 3000 Jahren am selben Ort steht und dass sie, Victoria, hier schon viele bewegende Downloads bekommen habe. Sie meint humorvoll zu uns: «You may be Sekhmetized». Was soviel heisst wie, in ihren Bann gezogen zu werden. 

Der Raum in der Sekhmet steht, ist abgeschlossen. Victoria bekommt vom SiBe den Schlüssel ausgehändigt. Das ist keine Selbstverständlichkeit, nein es ist ein Zeichen für Achtung und Respekt. Die anwesenden SiBe’s, es sind etwa sechs von ihnen, ein paar bewaffnet aber in keiner Art und Weise bedrohlich, schauen uns zu, betrachten uns, lächeln uns an. Aki steht gerade neben mir und meint: Ihr seit wirklich eine spezielle Gruppe und ich glaube diese Aufpasser spüren das. 

Wir bekommen 30 Minuten Zeit bei Sekhmet zu weilen. Der Raum selber ist dunkel. Das heisst, die aus schwarzem Granit (glaube ich) bestehende Statue steht in absoluter Finsternis. Nur ein wenig Licht kommt von der Eingangstüre her. Eines nach dem Anderen betritt den Raum. Ich wähle wieder als Letzte einzutreten. Die Energie die aus dem Raum, respektive von Sekhmet kommt ist in meiner Empfindung dicht. Als ich vor der Türe stehe, fühlt es sich an als ob ich in einen Pool von dickflüssiger Masse trete. Mein Atem steht fast still und ich fühle Ehrfurcht in mir hochsteigen. Was ist das denn? frage ich mich und höre meine Türsteherin zu mir sagen «Nur zu, sie beisst schon nicht!» Mit ein wenig Überwindung betrete ich den Raum. Ich stehe in die Ecke, ich kann die Statue wegen der Dunkelheit nicht sehen, aber ich fühle ihre Präsenz. Irgendwie drückt es mich gegen die Wand und ich beschliesse mich anzulehnen. Die anderen sitzen alle in Kreisform am Boden und himmeln die Statue von unten an. Mir wird es beim Zusehen dieser sich unterordnenden Haltungen wind und weh. Vor meinem inneren Auge erscheinen Worte, Sätze: «Ich brauche eure Verehrung nicht. Begegnet mir auf Augenhöhe». Ein wenig erschrecke ich dabei und frage mich, ob ich derart überheblich bin so einer Wesenheit keine anbetende, unterwerfende Haltung einnehmen zu können, oder zu wollen. Wieder meldet sich meine Türsteherin und meint: «Mach dir darüber keine Gedanken, sie will wirklich nicht angebetet werden. Sie möchte euch eine Botschaft übermitteln, doch erst wenn du wieder alleine bist.»
Ich bleibe an Ort und Stelle stehen. V lädt jede ein, sich vor die Statue zu stellen und wer will, könne sie auch berühren. Ich halte meine Augen geschlossen und es ziehen Jahrtausende von eindrücken, Gesichtern und Wesenheiten an mir vorbei. Dann spüre ich den Impuls mich ihr zu nähern. Ich spüre eine Hand auf meiner Schulter die mich Schritt um Schritt in ihre Richtung führt. Die Hand auf meiner Schulter führt mich erst neben Sekhmet, wo ich ein paar Sekunden neben ihr stehen bleibe. Ich werde umgedreht und mache einen Schritt zurück und meine Türsteherin sagt, nimm einen halben Schritt nach rechts und bleib dann stehen. Drehe deinen Kopf nicht nach rechts. Meine rechte Hand wird auf Sekhmet’s Schulter gelegt und da bleibe ich für ein paar Minuten stehen. Ich fühle eine Zustimmung, ein Willkommen zurück, Dankbarkeit dafür hier zu sein und die Bitte ihre Botschaft zu vermitteln.

Meine Kolleginnen sehen das, und wollen sich nun auch hinter Sekhmet stellen. Sanft werde ich gebeten, Platz zu machen und gleichzeitig aus meinem tranceartigen Zustand geholt. Ich öffne die Augen. Neugierig wie ich bin, will ich wissen, warum ich meinen Kopf nicht nach rechts drehen sollte. Zu meiner Überraschung sehe ich, dass die Statue mit einer Faustdicken, kantigen Eisenstange an der Rückwand befestigt ist. Wäre ich ein paar Zentimeter weiter nach rechts getreten, oder hätte ich meinen Kopf gegen die Anweisung gedreht, hätte ich mich an der Eisenstange verletzt! Wau, dachte ich! Danke für die präzisen Anweisungen. 

Unsere halbe Stunde ist um und wir müssen den Raum verlassen. Als Letzte betrat ich ihn; als Letzte verlasse ich ihn, nicht ohne noch ein Foto zu machen von diesem unglaublich lebendig erscheinenden Granitstatue. Ich weiss nun, was V meinte mit Sekhmetized. 

Aki informiert uns, dass er noch eine Überraschung für uns habe. Er hätte den verantwortlichen
SiBe überzeugen können, uns noch in den Bereich des Osiris zu führen, wo es das «Gate of Heavens» zu sehen gäbe. Victoria flippt fast aus. Sie habe nur immer davon gehört, doch noch nie habe sie jemand bis dorthin geführt. Es steigt Aufregung in der Gruppe. Ich bin noch ziemlich benommen von der Begegnung mit Sekhmet und frage mich gerade, ob ich noch aufnahmefähig bin für einen weiteren Dimensionssprung. Ach, doch, das bin ich. Ich zünde mir eine Zigarette an und wusch, touch-down – welcome back to earths’ present dimension!

In mehr oder weniger Stille laufen wir Aki und dem SiBe hinterher. Wir bewegen uns fern vom Touristenpfad. Ringsherum liegen Ruinen, Steinblöcke die hier von Archäologen zwischengelagert werden. Es sind so viele Funde die hier sozusagen täglich gemacht werden. Aki meint, sie wissen bald nicht mehr wohin mit all den neuen Funden.

Wir nähern uns einem nicht sehr grossen Hausruine. Sieht nach nicht viel aus. Doch dann betreten wir eine Art Innenhof und vor uns steht das Tor zu den Himmeln, ja im Plural. Aki erzählt uns, dass die PriesterInnen durch dieses Tor in andere Welten gingen. Ich betrachte es ganz genau und plötzlich verschieben sie die einzelnen Türen nach vorne, wahrlich als ob es Türen in andere Dimensionen sind. Wir stellen uns alle vor den Eingang. Ich möchte eigentlich mit beiden Füssen auf die Stufe treten, doch ich werde zurückgehalten. «Ein Fuss reicht» höre ich in meinen Gedanken flüstern. «Einer hier und der andere dort! Das wird noch eine Weile so bleiben». Ich weiss genau was damit gemeint ist. Auch hier bekomme ich so viele Informationen, dass mein Prozessor nun auf Hochtouren läuft und für den Rest des Tages mal damit beschäftigt ist, alles einzuordnen – wenn das überhaupt einzuordnen ist.

Es geht weiter und wir spazieren noch ein wenig mit Aki durch den Tempel. Er schafft es, unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen, weil er so wunderbare Geschichten zu den Tempeln, den Hieroglyphen und der Kunst zu erzählen weiss. Die Säulenhalle ist wirklich sehr mächtig und da und dort ist sogar noch etwas Farbe an den Gesteinen. Als wir dann etwas Zeit bekommen, alleine noch den Tempel zu erkunden, zieht es mich aus der Anlage raus. Ich gehe im Schnellgang Richtung Ausgangsbereich und stehe mitten auf der kolossalen ‚Strasse‘ die zu alten Zeiten die Verbindungsstrasse zwischen dem Tempel in Luxor und Karnak war. 1.8 Meilen lang. Ich bin noch einige Minuten alleine auf dieser Strasse, halte mein iPhone in den Händen als ich an die Botschaft von Sekhmet erinnert werde. Ok, ich öffne meine Notizen und beginne auf englisch zu diktieren: 

Sekhmet – 26. Oktober 2018, 8:42 Uhr
I thank you for making your way to me and I do thank you for the fragrances you bring to me. I will help you in balancing your wrath with love. Just like I was able to do so, so will you. I will support you in your endeavors to bring light into the darkness. Do never fear again being slaughtered, as that is not in your frequency any longer. What you are now is what you earned throughout time and space. You have gathered enough knowledge, wisdom and respect. You do not need to bow before me, as we are equal. Look me in the eyes and know you are me and I am you.
I stand in darkness, dark I am not. I am full of sparkle, of luminosity and full of light so are you. Let your light shine across the universe.
Walk among the people of your land, knowing you are me. Carry the divine light within. Know you are the sparkle of the stars, know you are the infinity of the universe, know that you are who I am and I am who you are.
There is no necessity any more to fall on your knees before me as you are the same as I am, meet me Eye to eye. Unite with those who meet me. Be proud of who you are, be generous to those you meet, be understanding to dose who cannot see the light within themselves. Be assured they hold it, too.
I thank you for your preSence and your fragrance. 

Ich danke dir dafür, dass du den Weg zu mir gemacht hast und für den Duft den du mir bringst. Ich werde dir helfen deinen Zorn mit Liebe zu balancieren. Genau wie ich es konnte, wirst es auch du können. Ich werde dich unterstützen in deinen Bestrebungen Licht in die Dunkelheit zu bringen. Habe nie wieder Angst davor, geschlachtet zu werden, das gehört nicht mehr in deine Frequenz. Was du jetzt bist, hast du im Laufe der Zeit und Raums verdient. Du hast genug Wissen, Weisheit und Respekt gesammelt. Du brauchst dich nicht vor mir zu verneigen, weil wir gleich sind. Schau mir in die Augen und wisse du bis mich und ich bin dich.
In Dunkelheit stehe ich, doch finster bin ich nicht. Ich bin voller Funkeln, Brillanz und voller Licht, genau wie du. Lass dein Licht durchs Universum strahlen.
Geh inmitten der Menschen in deinem Land, wissend du bist mich. Trage das göttliche Licht in dir. Wisse du bist das Funkeln der Sterne, wisse du bis die Unendlichkeit des Universums, wisse du bis mich und ich bin dich.
Es ist nicht mehr notwendig vor mir auf die Knie zu fallen, weil du bist mir gleich. Begegne mir Auge in Auge.
Vereine dich mit denen die mir begegnen. Sei stolz darauf, wer du bist, sei gütig gegenüber denen, denen du begegnest, sei verständnisvoll denen gegenüber die ihr inneres
Licht nicht sehen. Sei versichert sie tragen es ebenso in sich.
Ich danke dir für deine AnWesenheit und deinen Duft. 

Woo! Ich teile diese Botschaft später mit den Anderen. Offenbar war es wirklich wichtig, diese schriftlich mitgeteilt zu bekommen. 

Es ist erst 9 Uhr morgens und ich habe das Gefühl, ich sei Jahrhundertelang hier gewesen. Wir fahren zurück auf die Afandina zu unserem letzen Frühstück auf dem Boot. Alle sind wir traurig, dieses wundervolle, liebenswürdige Boot und die Crew zu verlassen. Doch leider müssen wir. Einige von uns wollen noch ins Luxor Museum und Aki ist überglücklich, über die wirklich schön Objekte und Statuen dort erzählen zu können. Mir gefiel die Hathor Statue sehr und das Liebespaar besonders…. 

Um die Mittagszeit checken wir im Hotel Sonesta St. George ein. Ein ziemlich gehobenes Business und Seminar Hotel Mitten in Luxor, den Nil sieht man vom Balkon aus ein bisschen. Wir haben ungefähr eine Stunde vor dem Lunch, um uns im Zimmer einzurichten. Ich sehne mich nach einer Dusche und anderer Kleidung. Lege mich hin und warte auf meinen Koffer, doch der kommt nicht. Ich beschliesse erst mal zum Lunch zu gehen, melde der Rezeption vorher, mein Koffer sei noch nicht in meinem Raum.
Akram tritt in den riesigen, lauten und in Blautönen eingerichteten Speisesaal und sucht nach mir. Dein Koffer wurde im Car liegen gelassen und der Car sei abgefahren. Er kümmere sich darum und ich würde den Koffer in einer Stunde bekommen. Akram ist ein toller Mensch, humorvoll, liebenswürdig, offen und ein Mann der sein Wort hält. So schlendere ich nach dem Mittagessen ein wenig durch den Shopping Bereich des Hotels, schau mir dessen Restaurants, Coffee Shop, Lobby, Pool, Bank an;  ja hier gibts Bankschalter im Hotel. Kaum mache ich es mir im Coffee Shop bequem, flitz Akram mit meinem Koffer durch den Gang! Das ging schnell.
Bis zum Nachtessen habe wir freie Zeit. Einige gehen nochmals in ein Schmuckgeschäft und Aki bietet an, uns in den Markt zu begleiten. Wir sind dann zu Dritt, die mit Pferd und Wagen durch den chaotischen Abendverkehr zwischen Autos, Kleinbussen, Lieferwagen, Mofas und Fussgängern dahin gefahren werden. Wir hatten total viel Spass mit Aki und den vielen Verkäufern die einem alles möglich andrehen wollen. Ich fand eine tolle türkisfarbene (was sonst) Sekhmet Statue und eine Hathor über die ich sehr glücklich bin. Natürlich habe ich mehr als das gekauft, und ohne Aki als Unterstützung hätte ich wohl die ganze Nacht da verbracht.

Nach dem Nachtessen verschwanden alle ziemlich schnell auf ihre Zimmer. Für mich fühlte sich dieser eine Tag an wie Zehn. Ich fiel glücklich, erfüllt und tiefst berührt ins Bett. 

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